Vereinsaustausch des LSB zur Energiekrise
Vereinsaustausch zu den Auswirkungen der Energiekrise
Aufgrund der aktuellen Brisanz hat der LSB Sachsen-Anhalt mit seinen Mitgliedern zum Thema "Auswirkungen der Energiekrise auf die Sportvereine" am 19. Oktober ein Online-Meeting abgehalten.
Um für die kommende schwere Zeit mit steigenden Energiekosten, welche nicht spurlos an den Vereinen vorbeigehen werden, gewappnet zu sein brauchen wir von Euch, unseren Vereinen, detaillierte Informationen. Dabei geht es um neue Kostenberechnungen, Mieterhöhungen, Informationen der Kommunen über Betriebskostenerhöhungen, Teilschließungen oder unbeheizte Sportstätten der Betreiber o.Ä. . Wir müssen Informationen zusammentragen, um auf den entsprechenden Ebenen Druck machen zu können und finanzielle Mittel zum Ausgleich dieser Mehrkosten in den Vereinen generieren zu können.
Außerdem wurde thematisiert, dass Vereine in Zukunft auch gemeinsam unter Flutlicht trainieren oder Hallenzeiten von mehreren Gruppen genutzt werden, um Kosten zu sparen. Wenn ein großer Sportplatz beleuchet wird, kann man eventuell auch drüber nachdenken ein weiteres Team aus der Stadt oder dem Nachbardorf zum Training miteinzuladen und beim nächsten Mal andersherum. Ähnlich bei Hallenzeiten, hier sollten Vereine untereinander in den Austausch gehen und schauen inwiefern gemeinsames Training möglich ist. Gerne vermittelt der Kreissportbund oder hilft bei der Kontaktaufnahme und Koordinierung.
Auch Silke Renk-Lange, Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt, sieht sich in den Forderungen um finanzielle Hilfen für den Vereinssport im Land bestärkt. „Die Umfrageergebnisse bestätigen: Die Energiekrise wird die Sportvereine finanziell vor größere Herausforderungen stellen als die Corona-Pandemie. Die stark steigenden Energiepreise bringen die Finanzen vieler Vereine in Schieflage“, sagt die LSB-Präsidentin. Dass Sportvereine in den von der Bundesregierung angekündigten Rettungsschirm aufgenommen werden sollen, der eine Strompreis- und eine Gaspreisbremse mit staatlich subventionierten Basisverbräuchen beinhalten soll, sieht sie als einen ersten Hoffnungsschimmer. „Wir warten aber wie alle auf die konkrete Ausgestaltung des Rettungsschirms“, so Renk-Lange.
Energiesparen allein wird nicht reichen
Bereits Anfang September hatte DOSB udn Landessportbünde ihre Mitglieder dazu aufgerufen, im Sport 20% Energie einzusparen und einen entsprechenden Stufenplan und Leitfaden erstellt. Die aktuellen Zahlen belegen jedoch, dass selbst beim Erreichen des gesteckten Ziels hohe Mehrbelastungen zu erwarten sind. Michaela Röhrbein, DOSB-Vorständin Sportentwicklung, sieht auch langfristig Handlungsbedarf: „Laut Umfrage heizen mehr als 50% der Vereine mit eigener Sportanlage mit Erdgas. Viele Jahre wurde diese Energieform vom Staat gefördert, ist seit der Energiekrise aber nicht mehr tragbar. Spätestens jetzt dürfen die Vereine nicht mehr allein gelassen werden und brauchen Unterstützung bei der Umstellung auf erneuerbare Energien. Die Sportstätten in Deutschland sind zudem dringend sanierungsbedürftig – es müssen umfassende Modernisierungs- und Dekarbonisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele in Deutschland sowie zur Reduzierung der Abhängigkeit von Erdgas leisten. Dies entsprechend zu unterstützen, sollte auch der Politik ein wichtiges Anliegen sein.“
Sportvereine müssen gestärkt werden
Für viele Vereine sind die Auswirkungen der Energiekrise bereits jetzt zu spüren. So gab mehr als ein Viertel der befragten Vereine an, dass sie einen Mitgliederrückgang aufgrund der aktuellen Krise zu verzeichnen haben. In mehr als 5% der Fälle mussten bereits Sportstätten geschlossen werden. Um anfallende Mehrkosten abzufangen, sähe sich mehr als ein Drittel der Vereine laut Umfrage gezwungen, ihre Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, was den Mitgliederrückgang wohl weiter beschleunigen und den Zugang zum Sport insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen erschweren würde. Umso dringlicher sind nun finanzielle Hilfen, die sich mehr als 65% der befragten Vereine wünschen.
Auch Unterstützung beim Ehrenamt ist knapp 40% der Vereine in der aktuellen Lage ein wichtiges Anliegen. Hierzu kann das „ReStart – Sport bewegt Deutschland“-Programm des DOSB, das vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) mit 25 Mio. Euro gefördert wird, mit Maßnahmen zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu müssen Sportvereine jedoch insgesamt gestärkt werden." (Quelle:LandesSportBund Sachsen-Anhalt e.V. (lsb-sachsen-anhalt.de))


